Selbsthilfegruppe für Personen mit Spätfolgen nach Kinderlähmung
(geg
ründet 1991)
 
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Steuern


Nachteilsausgleiche


Steuern

Aufwendungen für eine Begleitperson
Aufwendungen für Fahrten/außergewöhnliche Gehbehinderte
Aufwendungen für Fahrten/Geh- und Stehbehinderte
Beschäftigung einer Hausgehilfin/Haushaltshilfe
Krankheits- und Kurkosten
Pauschbetrag


Aufwendungen für eine Begleitperson

Wenn der Behinderte nicht selbst fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nicht allein nutzen kann, sind die Kosten der Begleitperson (Fahrer) abziehbar.

Schwerbehinderte, die eine ständige Begleitung benötigen (Eintragung wird im Schwerbehindertenausweis vorgenommen) können die Kosten anlässlich einer Urlaubsreise als außergewöhnliche Belastung im angemessenen Rahmen zum Ansatz bringen. Der BFH hat es als angemessen angesehen, pro Jahr einen Betrag von 767,00 Euro anzuerkennen. Dieses umfasst die Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten.
Aufwendungen für Fahrten/außergewöhnliche Gehbehinderte

Bei außergewöhnlich Gehbehinderten werden nicht nur die unvermeidbaren behinderungsbedingten Fahrten anerkannt, sondern auch Fahrten für Freizeit-, Erholungs- und Besuchszwecke, die in angemessenem Rahmen durchgeführt werden.

Als angemessen wird eine jährliche Fahrleistung von 15.000 km anerkannt, wenn diese nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden können.

Der Kilometersatz beträgt 0,30 Euro.

Sollten für andere Verkehrsmittel Aufwendungen geltend gemacht werden, sind die 15.000 km entsprechend zu kürzen. Ein höherer km-Satz als 0,30 € gilt als unangemessen, außer es liegen außergewöhnliche Umstände vor. Dieses könnte gegeben sein, wenn die Fahrleistung deutlich unter 15.000 km liegen würde oder der Behinderte auf ein Spezialfahrzeug angewiesen ist, das überdurchschnittliche Kosten verursacht.

Als außergewöhnliche Belastung können auch Unfallkosten abziehbar sein, hat der BFH in einem Urteil festgestellt. Die Umrüstung eines Fahrzeugs können in voller Höhe als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sein, wenn der Behinderte außerhalb der Wohnung auf die Benutzung eines PKW`s angewiesen ist.

Der Nachweis ist durch die Merkzeichen "aG", "BI" oder "H" nachzuweisen. Bei Anschaffung eines behindertengerechten Fahrzeuges sind die Mehrkosten über die AfA ggf. mit einem eventuell höheren km-Satz möglich.
Aufwendungen für Fahrten/Geh- und Stehbehinderte


Das Finanzamt erkennt die unvermeidbaren behinderungsbedingten Fahrten als außergewöhnliche Belastung an. Voraussetzung ist ein GdB von mindestens 80 oder einem GdB von mindestens 70 und Merkzeichen "G" im Schwerbehindertenausweis.

Ohne Nachweis werden vom Finanzamt pauschal 3.000 km mit einem Satz von 0,30 Euro anerkannt. Sollte eine höhere behinderungsbedingte Fahrleistung vorliegen, ist diese durch ein Fahrtenbuch oder einer Aufstellung der durchgeführten Privatfahrten glaubhaft zu machen.

Beschäftigung einer Hausgehilfin/Haushaltshilfe

Bei einer Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt werden für die Anerkennung der Kosten folgende Anforderungen gestellt.

1. Jährlich können die tatsächlichen Kosten, höchstens 624,00 Euro zum Ansatz gebracht werden
2. Der Steuerpflichtige oder sein nicht getrennt lebender Ehegatte ist älter als 60 Jahre oder
3. der Steuerpflichtige, sein Ehegatte oder ein zum Haushalt gehörendes Kind ist krank.

Der Betrag erhöht sich auf 924,00 Euro, wenn eine der vorgenannten Personen hilflos oder schwer behindert (Der GdB muss mindestens 45 betragen) ist.

Ein Arbeitsverhältnis zwischen nahe stehenden Personen wird vom Finanzamt nur anerkannt, wenn ein Arbeitsvertrag wie unter Fremden vorliegt. Die Zahlungen dürfen nicht in Bar erfolgen.
Krankheits- und Kurkosten


Krankheitskosten, die laufend oder typisch durch die Behinderung entstehen, sind mit dem Pauschbetrag abgegolten.

Außerordentliche Krankheitskosten (z. B. Operation) können neben dem Pauschbetrag steuerlich zum Ansatz gebracht werden, auch dann, wenn diese mit dem Leiden zusammenhängen.

So genannte Außenseitermethoden (z. B. Akupunktur) können bei Verordnung durch einen Arzt oder zugelassenen Heilpraktiker zum Ansatz gebracht werden, wenn der Amtsarzt vor der Behandlung bestätigt, dass dieses wegen der Krankheit notwendig ist.

Bei Kuren gilt, dass die Notwendigkeit vor Antritt durch ein amtsärztliches Attest festgestellt wird und am Kurort eine Behandlung unter ärztlicher Kontrolle erfolgt. Ausnahmsweise kann hiervon abgesehen werden, wenn eine gesetzliche Krankenkasse die Notwendigkeit feststellt und einen Zuschuss gewährt für die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (offene Badekur).

Kostenerstattungen durch andere Stellen müssen von den Gesamtkosten abgezogen werden und die dann verbliebenen Aufwendungen müssen die zumutbare Belastung übersteigen, damit es zu einer steuerlichen Entlastung kommt.

Pauschbetrag

Den Pauschbetrag erhalten behinderte Menschen, wenn mindestens 50 GdB (Grad der Behinderung) festgestellt wurden. Werden weniger als 50 (GdB), aber mindestens auf 25 (GdB) festgestellt , muss wegen der Behinderung eine gesetzliche Rente oder eine dauerhafte Einbuße der körperlichen Beweglichkeit bestehen.

Der Nachweis ist durch den Schwerbehindertenausweis (über 50 GdB) oder durch einen Bescheid einer Behörde (in der Regel Versorgungsamt) zu führen. Auf Antrag wird ohne Kürzung um die zumutbare Belastung ein steuerfreier Pauschbetrag gewährt. Der Pauschbetrag wird stets für das volle Jahr gewährt, auch wenn die Voraussetzungen nicht das ganze Jahr vorgelegen haben. Dieses gilt auch für eine rückwirkende Feststellung der Erhöhung des GdB. Auch ein bestandskräftiger Steuerbescheid unterliegt nicht der Verjährung und wird von Amtswegen nach Vorlage der neuen Feststellung geändert.

Der Grad der Behinderung (GdB) entscheidet über die Höhe des Pauschbetrages.

von 25 und 30310,00 Euro
von 35 und 40430,00 Euro
von 45 und 50570,00 Euro
von 55 und 60720,00 Euro
von 65 und 70890,00 Euro
von 75 und 80 1.160,00 Euro
von 85 und 901.230,00 Euro
von 95 und 100 1.420,00 Euro

Mit dem Merkzeichen "H" (hilflos) im Schwerbehindertenausweis wird ein erhöhter Pauschbetrag von 3.700,00 Euro gewährt